Meine Meinung: „Nein zur Stammzellforschung“

In folgendem Beitrag befasst sich Maria Hechensteiner aus Eppan als ehemalige Sterilitätspatientin und somit Betroffene der künstlichen Befruchtung mit dem anstehenden Referendum am 12. Juni. Ihr geht es besonders darum, aus persönlicher Erfahrung über die Stammzellenforschung zu informieren. Im Folgenden ihr Beitrag, in dem sie diese Forschung sehr kritisch sieht.

Als ehemalige Sterilitätspatientin erschreckt mich die Leichtigkeit, mit der Frauen beim bevorstehenden Referendum zum Ja für die embryonale Stammzellforschung aufrufen (Frage 1 beim Referendum). Hier müssen wohl ein paar Dinge geklärt werden. Die Stammzellforschung hat nichts mit dem unerfüllten Kinderwunsch zu tun. Sie dient den ungewollt kinderlosen Frauen nicht, sondern nimmt ihnen etwas, nämlich ihre Eizellen. Zu glauben, die Forschung würde nur mit eingefrorenen, übrig gebliebenen Embryonen arbeiten, ist reichlich naiv. Erstens wären diese bald aufgebraucht, denn es wird eine Unmenge benötigt und ein Großteil stirbt schon beim Auftauen ab. Und zweitens sind frische Embryonen für die Forschung weit interessanter. Was ist die Folge? Frauen, die sich wegen ihres Kinderwunsches in Behandlung begeben, bekommen zur Gewinnung von Eizellen stärkere Hormondosen verabreicht als notwendig, mit all den damit verbundenen gesundheitlichen Risiken. Wie kann die Frau kontrollieren, wie viele Eizellen ihr wirklich abgenommen wurden und was damit geschieht? Auch besteht die Gefahr, dass Paare zur In-vitro-Fertilisation gedrängt werden, damit Embryonen für die Forschung anfallen.

Es ist noch absolut nicht sicher, dass diese Forschungen einmal schwere Krankheiten heilen können. Momentan geht es nur um die Erschließung von Forschungsgeldern und die Etablierung lukrativer Patente. Außerdem gibt es alternative Möglichkeiten, Stammzellen zu gewinnen (z.B. aus Nabelschnurblut).

Den ungewollt kinderlosen Frauen jedenfalls nützt die Stammzellforschung nichts. Ihre Verzweiflung wird lediglich ausgenutzt, um zu dem begehrten Rohstoff „Eizellen“ zu gelangen. Dass unter den Gynäkologinnen und Gynäkologen absolut kein so einhelliges Ja zu dieser Forschung herrscht, sollte auch zu denken geben. Ihnen sind nämlich die gesundheitlichen Folgen für die Frauen bewusst.

Wer sich den Frauenschutz auf die Fahnen geschrieben hat, darf sich vor keinen politischen Karren spannen lassen. Die „Frauen für das Ja“ sind, sofern noch im fruchtbaren Alter, herzlich eingeladen, sich in die Kliniken zu begeben und ihre eigenen „überzähligen“ Eizellen zu spenden, von denen sie ja eine ganze Menge haben. Die Forschung wird es ihnen danken und ebenso die Kinderwunschpatientinnen – denn die brauchen ihre Eizellen selbst!

Kommentar „Dolomiten“ vom 26. Mai 2005

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